In dem reflexiven, sicheren Raum der Supervision handeln wir in formativer, restaurativer und normativer Funktion.
Beim formativen Handeln ist uns bewusst, dass es zu Gefühlen der Konkurrenz kommen kann. Hier bieten wir alternative Perspektiven auf das jeweilige Thema an, schaffen neue Erkenntnisse, ohne zu unterstellen, dass wir etwas besser wissen. Es ist uns ein Anliegen, unser Wissen und Erfahrungen zur Inspiration und Entwicklung weiterzugeben und gleichzeitig in der Atmosphäre der Supervision gemeinsam zu lernen.
Wenn wir das Gefühl haben, dass unser/unsere Supervisee durch Angst, schlechte Erfahrungen oder durch das Feststecken in Beziehungsdynamiken emotional oder energetisch blockiert ist, arbeiten wir restaurativ. Das Lösen von Blockaden, das Freisetzen von Energie oder das Herstellen innerer Klarheit steht dann im Zentrum.
Wir können auch einen normativen Raum öffnen, der es dem/der Supervisee ermöglicht, Grenzen aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten. Wir sind oft mit ethischen Dilemmata konfrontiert, die nicht schwarz-weiß sind; sie sind mehrdeutig und resultieren oft daraus, dass persönliche Werte der Supervisees durch Klienten und Klientensystem unter Druck gesetzt werden. Wir glauben, dass eine forschende, neugierige Haltung Lernen und ethisches Bewusstsein generieren kann und das Benennen notwendiger Grenzen ermöglicht.